Motivation

Deshalb sind wir tätig.

Die gemeinnützige Organisation LifeBoat betreibt den ehemaligen Seenotkreuzer ‚Minden‘ und ist gemeinsam mit MOAS, Sea Watch und Ärzte ohne Grenzen im Seegebiet vor Libyen im Einsatz zur Rettung von Bootsflüchtlingen. Die gemeinsame Basis der Hilfsorganisationen ist Valletta auf Malta.

Von dort startet die ‚Minden‘ zu zweiwöchigen Rettungsmissionen. An Bord eine Crew von 8 hochmotivierten Menschen, die sowohl das Handwerk der Seenotrettung beherrschen als auch medizinisch ausgebildet und vorbereitet sind. Sie leisten ihren humanitären Dienst ausschließlich freiwillig und ehrenamtlich.

Rund um das Mittelmeer erlebt Europa in den letzten Jahren die größte humanitäre Katastrophe seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Jährlich lassen tausende Menschen – Männer, Frauen und Kinder – ihr Leben bei dem Versuch mit extrem seeuntauglichen Booten zu fliehen. Sie ertrinken oft in Sichtweite zum rettenden Ufer.

Wenn die Wetterbedingungen es zulassen, verlassen täglich 1.000 bis 5.000 Menschen unter schwierigsten Bedingungen in überfüllten und seeuntüchtigen Booten die libysche Küste. Die Route führt auf das offene Meer. Die Distanz von ca. 250 Seemeilen (ca. 450 km) kann von den Booten aus eigener Kraft nicht bewältigt werden.

Wer nicht auf See gerettet wird, ‚verschwindet‘ – verdurstet, gekentert, ertrunken. Allein bis  Juni 2016 gab es über 3.600 Tote auf dem Weg von Ägypten und Libyen nach Italien.

Das Projekt LifeBoat ist die Initiative einer Handvoll erfahrener See- und Rettungsleute und engagierter Privatpersonen.

Wir wollen nicht länger tatenlos zusehen, wie Menschen infolge einer europäischen Politik der Abschottung zu tausenden im Mittelmeer ertrinken.

Als Europäer handeln wir, während nachhaltige politische Lösungen bisher nicht in Sicht sind.
Als See- und Rettungsleute tun wir schlicht unsere Pflicht nach den Regeln der zivilen Seefahrt.